Flexibel mit Cloud Computing – an guten wie an schlechten Tagen

Die eigene IT muss stets so ausgelegt sein, dass sie auch Nachfragespitzen bearbeiten kann. Das kostet viel – und bleibt doch meistens ungenutzt. Cloud Computing ist flexibler: Gezahlt werden nur die Leistungen, die tatsächlich genutzt werden. Mit diesem „as a service“-Ansatz werden auch Krisen überstanden.


Von heute auf morgen ohne Geschäft und Umsatz dazustehen und nicht genau zu wissen, wie lange die Situation andauern wird, ist für Unternehmen ein Albtraum. Während der Corona-Pandemie wurde er für viele Firmen zur bitteren Realität. Dank Cloud Computing konnten Unternehmen, deren Geschäft von einer Woche auf die andere zum Stillstand kam, ihre IT-Ressourcen drastisch reduzieren und damit laufende Kosten minimieren. Mit klassischen IT-Systemen wäre die schnelle Reaktion undenkbar gewesen: Denn bei Unternehmen mit eigener Infrastruktur legt die Ressourcenplanung die nötige Kapazität für einen langen Zeitraum vorab fest. Bei Überkapazität bleibt Kapital gebunden, die teure Hardware liegt brach. Ressourcenmangel erfordert dagegen weitere ungeplante Investitionen.

IT in Eigenregie braucht Zeit, Cloud-Nutzung geht schnell

Je nach geplanter Anwendung und dem Bedarf kann allein die Beschaffung der Server Tage bis Wochen dauern. Hinzu kommt eine im zeitlichen Aufwand nicht zu unterschätzende Planungsphase, die noch vor dem Kauf steht: Es gilt, Aspekte wie den Mitarbeiterbedarf für die regelmäßige Systempflege, die Datensicherheit und Zeitpunkt und Höhe der Investitionen in die nächste Server-Generation zu bewerten. Hektik ist hier jedenfalls nicht geboten: Nicht benötigte, überdimensionierte IT kann schnell zur Investitionsruine werden.

Schon vor Corona führte das zu Problemen: Unternehmen, die nicht flexibel oder schnell genug auf Veränderungen und Entwicklungen reagieren können, sind immer gefährdet, zu spät mit neuen Anwendungen und Produkten am Markt zu sein. Zusätzlich drohen indirekte Kosten durch verfehlte Businessziele. Jede plötzliche Trendwende bei den IT-Anforderungen kann dazu führen, bei der IT-Infrastruktur deutlich über- oder unterdimensioniert aufgestellt zu sein. Dazu reicht in der Praxis bereits eine sehr erfolgreiche Marketingkampagne, Berichterstattung in einem großen Medium oder ein einzelner Werbespot.

Schnelle Skalierung von Ressourcen ist einer der offensichtlichsten Vorteile der Cloud. Reine Skalierbarkeit sollte jedoch nicht der einzige Faktor für die Cloud sein. Denn je flexibler und volatiler die Infrastruktur sein soll, desto höher können die Grund- oder Folgekosten dabei werden. Beispielsweise verlagert sich das Bezahlmodell je nach Anbieter auf Traffic-Kosten. Dies rächt sich, wenn Traffic-Kosten zwischen einzelnen Knoten bei der Skalierung die Gesamtkosten in die Höhe treiben.

Schnelle Skalierung von Ressourcen ist einer der offensichtlichsten Vorteile der Cloud.

Auf das Kerngeschäft konzentrieren

In der Cloud werden Dienste im Pay-as-you-go-Modell angeboten – sprich, man zahlt nur, was man tatsächlich nutzt, und die Services lassen sich umgehend wieder abschalten, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Diese agile Bereitstellung von Rechenleistung und Speicherkapazität ermöglicht es Unternehmen, flexibel auf Kundenbedürfnisse zu reagieren und IT-Projekte schneller umzusetzen.

Darüber hinaus fördern Cloud-Anwendungen auch Innovationen, da sie ideal für Experimente geeignet sind: Läuft etwas nicht wie gewünscht, können neuen Projekte per Klick gestoppt werden und verursachen so nur geringe Kosten. Mit Hilfe von Cloud-Lösungen können heute auch kleine und mittelgroße Firmen ihre IT flexibel, breit und global aufstellen und somit Kunden immer und überall bedienen.

Die flexible Bereitstellung einer „Infrastructure as a Service (IaaS)“ setzt sich immer stärker durch.

Kein Wunder also, dass die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über die Cloud zunimmt. Die flexible Bereitstellung einer „Infrastructure as a Service (IaaS)“ setzt sich immer stärker durch. Die Studie „Managed Services 2020“, durchgeführt vom IT-Marktforschungsunternehmen IDG Research, belegt, wie stark sich die Cloud inzwischen als Basisinfrastruktur für IT-Operations etablieren konnte: Fast 69 Prozent der ab Mitte März 2020 befragten Unternehmen gaben an, dass der durchschnittliche Anteil des Workloads, der über die Cloud abgewickelt wird, bei über 50 Prozent liegt. Bei 25 Prozent der Firmen betrug dieser Anteil sogar 80 Prozent und mehr.

Kostentransparenz und Kostensenkung sind für die Studienteilnehmer die wichtigsten Gründe für den Einsatz von Cloud Services. Die Umfrage zeigt: Managed Cloud Services erfüllen die Erwartungen. Rund 64 Prozent der Befragten geben an, ihre Kostenziele erreicht zu haben. Ebenso viele konnten die eigenen Ressourcen durch Anbieter von gemanagten Cloud-Anwendungen flexibler nutzen. Knapp 70 Prozent der Unternehmen berichten von flexibleren Kosten durch ausgelagerte Services und deren „Pay-as-you-go“-Bezahlmodell.

Unternehmen haben mehr strategische und operative Freiheit, wenn sie IT-Leistungen konsumieren, statt jeden Aspekt der Infrastruktur selbst bereitstellen zu wollen. Sie sparen damit nicht nur Investitionen in eigene Hardware und das Personal, das diese Landschaft betreut. Zusätzlich bleiben Unternehmen strategisch flexibel und können auf geänderte interne und externe Anforderungen schneller reagieren, wenn Architektur und Anwendungen auf Flexibilität und Skalierbarkeit optimiert sind und sie zusätzliche Cloud-Ressourcen nutzen oder die Systeme vollständig in die Cloud migrieren.

Zwei Drittel aller Unternehmen vertrauen bei kritischen Diensten der Cloud

Hoch sind auch die Anforderungen an die Sicherheit der Cloud-Anwendungen: schließlich sollen in vielen Fällen auch sensible Kunden- oder Firmendaten verarbeitet werden. Deutsche Unternehmen standen daher lange einer Public-Cloud-Lösung, bei denen solche kritischen Daten das Unternehmen verlassen, skeptisch gegenüber.

Die IDG-Studie bot in dieser Hinsicht Überraschungen und zeigte, das deutsche Unternehmen inzwischen nicht nur unkritische, sondern vermehrt auch geschäftskritische Workloads in die Hände von Managed Service Providern legen: Über 70 Prozent der befragten Unternehmen nutzen Services für kritische Dienste. Interessant ist auch, dass 41 Prozent der Studienteilnehmer sogar ausschließlich geschäftskritische Projekte auslagern – was für eine veränderte Wahrnehmung der Sicherheit von Cloud-Services spricht.

Hallo, wie kann ich Ihnen helfen?