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30.01.2024

IT-Fachkräftemangel trifft den öffentlichen Dienst besonders hart 

Jens Büttner
Eine aktuelle Studie des Branchenverbands Bitkom bestätigt: Der Mangel an IT-Fachkräften war noch nie so hoch. 149.000 Stellen in typischen IT-Berufen sind demnach aktuell unbesetzt. Das sind nochmals 12.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Viele deutsche Unternehmen und die öffentliche Verwaltung werden dadurch in ihren Digitalisierungsvorhaben ausgebremst. Die Ziele des Onlinezugangsgesetzes (OZG) wurden bis Ende 2022 nicht erreicht. Kann ein Cloud Provider sinnvolle Lösungsansätze bieten?

Key Takeaways

  1. Der IT-Fachkräftemangel beeinträchtigt die Digitalisierungsbemühungen im öffentlichen Dienst, insbesondere in Bezug auf das Onlinezugangsgesetz (OZG), dessen Ziele bis Ende 2022 nicht erreicht wurden.
  2. Die Modernisierung der Verwaltung wird durch Heterogenität der Strukturen, Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen, begrenzte Ressourcen, Widerstand gegen Veränderungen und den demografischen Wandel behindert.
  3. Verschiedene Maßnahmen können umgesetzt werden, um den Mangel an IT-Fachkräften im öffentlichen Bereich zu bewältigen, z.B. die Stärkung des Public-Sektors als Arbeitgebermarke, aber auch die Bereitstellung moderner Infrastrukturen.
  4.  In Anbetracht des Fachkräftemangels wird die Nutzung von Cloud-Diensten, insbesondere Public Cloud, als Lösung angestrebt. Es wird jedoch empfohlen, die Ausgangslage und Ziele zu berücksichtigen, bevor man vollständig auf Public Cloud umsteigt, und alternative Modelle wie Colocation oder Private Cloud in Betracht zu ziehen. Cloud-Anbieter können bei der Planung zeitgemäßer digitaler Infrastrukturen, der Entlastung der IT-Mitarbeitenden und der Automatisierung von Prozessen unterstützen.

Modernisierungsdruck vs. Fachkräftemangel

Das OZG ist ein gutes Beispiel für den Druck auf den öffentlichen Dienst, seine Prozesse zu digitalisieren und effizienter zu gestalten. Es sollte Bund, Länder und Kommunen dazu verpflichten, bis Ende 2022 Verwaltungsleistungen für Bürger und Unternehmen online verfügbar zu machen. Doch sogar Ende 2023 sind noch nicht alle Ziele erreicht worden.

Dennoch stehen bereits die nächsten Herkulesaufgaben vor der Tür. Dazu gehört die zweite EU-Richtlinie für Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS2), die bis Oktober 2024 in nationale Gesetzgebung überführt werden muss. In der EU-Direktive wird die öffentliche Verwaltung als „wesentlicher Sektor“ gelistet und zählt damit generell zu den betroffenen Bereichen. Für die Erfüllung der NIS2-Vorschriften muss eine Reihe an Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden. Angesichts fehlender IT- und Security-Fachkräfte stellt dies sogar größere Unternehmen vor eine Herausforderung.

Was steht einer Modernisierung der Verwaltung im Wege?

Die Hindernisse der Verwaltungsdigitalisierung sind so vielfältig wie die einzelnen Projekte und Ziele, die damit zusammenhängen. Der IT-Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst gehört jedoch zu den Top 5 der Herausforderungen:

  • Heterogenität: Die Vielfalt der Verwaltungsstrukturen auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen erschwert eine einheitliche Digitalisierung und Modernisierung.

  • Datenschutz und IT-Sicherheit: Der Umgang mit sensiblen Daten stellt IT-Verantwortliche vor die Herausforderung, beispielsweise bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters genau darauf zu achten, dass entsprechende Vorkehrungen getroffen werden und das erforderliche Datenschutz- und Sicherheitsniveau gegeben ist. Aufschluss darüber geben unter anderem entsprechende Zertifizierungen bzw. Testate, die belegen, dass zum Beispiel der Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue (C5) des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllt wird.

  • Fehlende Mittel: Die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen erfordert erhebliche finanzielle Investitionen, die nicht immer in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen.

  • Mangelnde Bereitschaft zur Veränderung: Die Einführung neuer Technologien und Prozesse kann angesichts traditioneller Strukturen und Arbeitsweisen auf Widerstand stoßen.

  • Demografischer Wandel: Die alternde Bevölkerung und der IT-Fachkräftemangel in der öffentlichen Verwaltung erschweren die Einführung moderner Technologien, da die nötigen personellen Ressourcen sowie teilweise auch Fachkenntnisse für die Strategieentwicklung und -umsetzung fehlen.

Wie kann dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden?

Das Beratungshaus McKinsey & Company hat in einer aktuellen Publikation eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt, mit deren Hilfe der öffentliche Sektor den Mangel an digitalen Fachkräften meistern soll. Die Analysten empfehlen,

  • die gesellschaftliche Bedeutung des öffentlichen Sektors als Arbeitgebermarke zu stärken,
  • Einstellungsprozesse zu beschleunigen, eventuell durch spezialisierte Agenturen,
  • Entscheidungspunkte in der Mitarbeiterlaufbahn zu identifizieren und positiv zu beeinflussen,
  • ein Arbeitsmodell der Zukunft zu entwickeln, das die hybride Arbeitsrealität berücksichtigt,
  • Führungskräfte zu Weichenstellern der Digitalisierung zu machen,
  • Fachkarrieren neben klassischen Karrieren zu ermöglichen,
  • Weiterbildung auf „Future Skills“ zu fokussieren,
  • zeitgemäße digitale Infrastruktur bereitzustellen sowie
  • Diversität und eine inklusive Kultur als integralen Bestandteil der Personalstrategie sicherzustellen.

Der vorletzte Punkt – zeitgemäße digitale Infrastrukturen – soll die Attraktivität für IT-Fachkräfte fördern und darüber hinaus zur Automatisierung von Prozessen beitragen. Moderne Infrastrukturen benötigen jedoch eine vorangegangene IT-Modernisierung. Und diese kann aufgrund des Mangels an IT-Fachkräften oft nicht oder nur unzureichend angegangen werden. Welche Wege führen aus diesem Teufelskreis?

IT-Modernisierung trotz fehlender IT-Fachkräfte

Wenn von moderner IT die Rede ist, geht fast immer der Blick in Richtung Cloud. „In fünf Jahren wollen 56 Prozent aller Unternehmen mehr als die Hälfte ihrer IT-Anwendungen aus der Cloud betreiben“, meldete der Bitkom im Mai 2023.

Die IT-Experten von plusserver raten jedoch davon ab, ohne Rücksicht auf die Ausgangslage und Ziele sofort in eine Public Cloud zu migrieren. Es kann für einzelne Organisationen sinnvoller sein, zunächst einige Dienste in eine Colocation oder eine Private Cloud zu verlegen, da nicht alle Anwendungen und Daten für den Cloud-Betrieb geeignet sind. Die Cloud-Reise will also gut vorbereitet und geplant sein. Aber auch mit einer Colocation oder dediziertem Hosting kann ein großer Teil der Betriebsverantwortung an einen externen Dienstleister abgegeben und interne Ressourcen entlastet werden. Die Migration in eine Public Cloud hat denselben Effekt, wenn neben der eigentlichen Infrastruktur auch Service und Support des Anbieters stimmen: Wo eigene IT-Fachkräfte fehlen, unterstützt der (Managed) Cloud Provider. Mit Hilfe eines entsprechenden Partner-Ökosystems auch bei Anforderungen, die außerhalb des eigenen Portfolios liegen.

Unterstützung rund um den Cloud Lifecycle

Ein gut aufgestellter Cloud Provider begleitet die Kunden rund um ihren Cloud Lifecycle, entlastet effizient im täglichen Betrieb und sorgt für eine reibungslose Verfügbarkeit der Cloud-Infrastruktur. Interne Mitarbeitende können sich auf die Entwicklung und Bereitstellung der Applikationen konzentrieren. Zu den Serviceleistungen gehören unter anderem:

  • Beratung bei der Cloud-Strategie
  • 24/7 technischer Support
  • Unterstützung bei einer ganzheitlichen Security-Strategie sowie entsprechende Lösungen, um diese umzusetzen (Security Operations Center) > NIS2
  • zusätzliche Entlastung im täglichen Betrieb durch Managed Cloud Services

Doch bedeutet der Weg in die Cloud, dass Organisationen die Kontrolle über ihre Daten verlieren? Bei plusserver behalten Kunden, die ihre IT modernisieren, zu jeder Zeit die Datenhoheit, denn der Provider setzt weitestgehend auf quelloffene Software (Open Source) und bindet Kunden weder technisch noch durch lange Laufzeiten an sich. Alle Dienste werden datenschutzkonform in hochsicheren Rechenzentren in Deutschland angeboten. Zusätzlich erleichtert plusserver die Cloud Migration der Kunden – sei es in die Cloud oder auch wieder hinaus –, indem der Traffic kostenfrei angeboten wird.

Mehr Lösungsansätze gegen den Fachkräftemangel

Erfahren Sie jetzt in den Executive Insights weitere Tipps und Strategien, wie IT-Modernisierung und Digitalisierung im öffentlichen Dienst und in Unternehmen trotz fehlender IT-Fachkräfte möglich ist.

Über den Autor

Jens Büttner verantwortet als Head of Business Development Public die Geschäftsentwicklung im öffentlichen Sektor. Gemeinsam mit seinem Team entwirft er innovative Ideen und treibt die digitale Weiterentwicklung seiner Kunden und der öffentlichen Hand aktiv voran.

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