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07.05.2026

API-Management: Kontrolle über alle Endpunkte

API-Management

Irgendwo in Ihrer Infrastruktur läuft wahrscheinlich noch eine API, die niemand mehr aktiv betreut. Sie wurde für ein Projekt eingerichtet, das längst abgeschlossen ist. Doch niemand hat sie abgeschaltet. Sie verursacht Kosten, sie ist nicht gepatcht, und sie ist von außen erreichbar.

API-Sprawl nennt man das stille Wachstum unkontrollierter Schnittstellen. Je mehr Dienste, Teams und Integrationen ein Unternehmen betreibt, desto schneller kann die IT den Überblick über ihre eigenen APIs verlieren. Dieser Artikel zeigt, wie API-Management dieses Problem löst und zeigt konkrete Schritte, die Sie direkt in Ihrer Organisation umsetzen können.

Inhaltsverzeichnis

Die API-Bestandsaufnahme

Bevor Sie APIs absichern oder optimieren können, müssen Sie wissen, was überhaupt existiert. Das klingt banal, ist aber in der Praxis oft nicht der Fall. APIs entstehen in Entwicklungsteams, in Cloud-Umgebungen, über Drittanbieter und durch automatische Provisionierung. Die Dokumentation hinkt meistens hinterher.

Eine systematische API-Inventarisierung erfasst alle aktiven Endpunkte zentral: intern und extern, produktiv und in Staging-Umgebungen. Dazu gehören Informationen über den Besitzer des Endpunkts, das Authentifizierungsverfahren, die letzte Nutzung und den Datenfluss. Bei dieser Aufgabe helfen Lösungen, die Ihre Infrastruktur aktiv nach undokumentierten APIs scannen.

Sie erhalten eine vollständige API-Landkarte und sehen sofort, welche Endpunkte aktiv genutzt werden, welche verwaist sind und welche ohne Authentifizierung erreichbar sind. Verwaiste APIs lassen sich nun einfach abschalten, um Lizenz- und Betriebskosten zu sparen und die Angriffsfläche in einem Schritt zu reduzieren.

Shift Left im API-Lebenszyklus

Die günstigste Stelle, um Sicherheitsprobleme zu beheben, ist vor dem Deployment. Shift Left drückt bildlich aus, dass Sicherheitsprüfungen im Zeitstrahl nach links rücken. Sie werden in die Entwicklungsphase vorgezogen. API-Definitionen werden bereits im Design validiert, etwa über OpenAPI-Spezifikationen. 

Statische Analyse-Tools können automatisch prüfen, ob Endpunkte korrekt definiert sind, ob Authentifizierung vorgeschrieben ist und ob Fehlercodes sauber dokumentiert werden. Diese Checks laufen in der CI/CD-Pipeline, bevor Code überhaupt in die Testumgebung kommt.

Das API-Gateway

Ein API-Gateway übernimmt zentrale Aufgaben zwischen Client und Backend, die sonst in jedem einzelnen Dienst separat implementiert werden müssten. Dazu gehören:

  • Zentrale Zugriffskontrolle: OAuth 2.0 und API-Keys werden einmalig konfiguriert, nicht in jedem einzelnen Microservice.
  • Schutz vor Überlastung: Rate Limiting schützt Backend-Systeme vor absichtlichen oder versehentlichen Traffic-Spitzen.
  • Vollständige Auditierbarkeit: Jede Anfrage wird protokolliert, wichtig für Compliance-Anforderungen rund um NIS2, ISO 27001 etc.
  • Filterung: Ungültige oder unerwünschte Anfragen werden am Gateway abgewiesen, bevor sie teure Backend-Ressourcen beanspruchen.


Lösungen wie das Akamai API Gateway lassen sich nahtlos in bestehende CI/CD-Pipelines integrieren und skalieren mit der Infrastruktur.

WAF und OWASP

Ein API-Gateway filtert und kontrolliert zwar, aber es schützt nicht automatisch vor gezielten Angriffen auf Anwendungsebene. Dafür ist eine Web Application Firewall (WAF) zuständig.
Eine WAF analysiert HTTP-Anfragen auf bekannte Angriffsmuster: SQL-Injection, Cross-Site Scripting, Credential Stuffing, Path Traversal. Moderne WAF-Lösungen erkennen auch Anomalien im Anfrageverhalten, die regelbasierte Systeme allein übersehen würden.

Die OWASP API Security Top 10 ist dabei der wichtigste Referenzrahmen. Sie beschreibt die häufigsten und kritischsten Schwachstellen in API-Implementierungen und gibt konkrete Kriterien an die Hand, um die eigene Absicherung zu bewerten. Die zwei gravierendsten Risiken laut OWASP sind Broken Object Level Authorization (BOLA) und Broken Authentication. Beide lassen sich durch ein konsequentes Zusammenspiel aus Gateway-Konfiguration, WAF-Regelsets und regelmäßigen Penetrationstests adressieren.

API-Management aus der Business-Perspektive

Da IT-Security immer mit Investitionen und/oder laufenden Kosten verbunden ist, stellt sich auch hier die Frage, ob es sich für Unternehmen lohnt. Drei Faktoren sollten daher in die Entscheidung einfließen:

Kosten: Abgeschaltete Schatten-APIs können Lizenz- und Hosting-Kosten senken. Rate Limiting reduziert unkontrollierten Traffic, der ebenfalls hohe Kosten verursachen kann. Zentrales Management hilft dabei, redundante Implementierungen quer durch Teams zu vermeiden.

Sicherheit: Incident-Reaktionszeiten sinken, weil Sie wissen, welche API betroffen ist und wer sie verantwortet.

Compliance: Ein zentrales API-Management liefert eine Dokumentation, die bei Audits gefragt ist.

Next steps für Entscheider:innen

API-Management ist eine strategische Investition in die Stabilität und Sicherheit Ihrer IT-Infrastruktur. Der Einstieg muss nicht komplex sein. Starten Sie mit der Inventarisierung, ziehen Sie ein Gateway vor bestehende kritische APIs und etablieren Sie Sicherheitschecks im Entwicklungsprozess.

Wenn Sie nicht sicher sind, wo Sie anfangen sollen oder wie Ihre aktuelle API-Landschaft bewertet werden muss: Wir unterstützen Sie durch Consulting bis hin zu API-Security-Lösungen unserer Partner.

Status quo der API-Bedrohungen

Im kostenfreien Studien-Snapshot erhalten Sie fundierte Einblicke zur aktuellen Bedrohungslage:

  • Wie gefährdet sind Ihre APIs wirklich?
  • Welche Angriffsvektoren dominieren in der EMEA-Region
  • Welche Branchen sind das häufigste Ziel?

FAQ: API-Management für IT-Entscheider:innen

Was ist API-Management und warum brauche ich es?

API-Management bezeichnet die strukturierte Verwaltung, Absicherung und Überwachung von API-Schnittstellen. Fehlt es, kann ein Wildwuchs an Endpunkten entstehen, der Kosten und Sicherheitsrisiken verursacht.

Was kostet mich ein ungenutzter API-Endpunkt?

Das hängt vom Hosting-Modell ab. Bei nutzungsbasierter Abrechnung (etwa in AWS oder Azure) entstehen direkte Kosten durch verwaiste Endpunkte, die weiterhin Traffic oder Monitoring-Kapazitäten beanspruchen. Hinzu kommt indirektes Risiko: Jede nicht gepatchte API ist eine potenzielle Angriffsfläche.

Was ist der Unterschied zwischen einem API-Gateway und einer WAF?

Ein API-Gateway kontrolliert, wer auf welche API zugreift. Es erzwingt Authentifizierung, limitiert Anfragen und protokolliert Zugriffe. Eine WAF schützt auf Anwendungsebene vor gezielten Angriffen wie SQL-Injection oder Credential Stuffing. Beide ergänzen sich: Das Gateway steuert den Zugang, die WAF schützt vor Missbrauch.

Was ist OWASP und warum ist es für API-Security relevant?

OWASP (Open Worldwide Application Security Project) ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die Sicherheitsstandards für Webanwendungen und APIs definiert. Die OWASP API Security Top 10 listet die häufigsten kritischen Schwachstellen in APIs. Sie gilt als Industriestandard für die Bewertung und Verbesserung von API-Sicherheitsmaßnahmen.

Was bedeutet Shift Left in der API-Entwicklung?

Shift Left beschreibt den Ansatz, Sicherheitsprüfungen möglichst früh im Entwicklungsprozess zu verankern, idealerweise schon im API-Design, bevor Code geschrieben wird. Das reduziert den Aufwand für spätere Korrekturen erheblich und verhindert, dass Schwachstellen in die Produktion gelangen.

Wie starte ich mit API-Management in meiner Organisation?

Der erste Schritt ist eine vollständige Bestandsaufnahme aller API-Endpunkte. Darauf aufbauend lassen sich Prioritäten setzen: Welche APIs sind kritisch? Welche sind ungeschützt? Welche werden nicht mehr genutzt? Aus dieser Analyse ergibt sich ein realistischer Implementierungsplan. Externe Beratung hilft dabei, blinde Flecken zu identifizieren und den richtigen Startpunkt zu finden.

Über den Autor

Kirsten Nothbaum ist Content & Product Marketing Manager bei plusserver und blickt auf mehr als 15 Jahre in der IT-Branche zurück. Sie verantwortet unter anderem die Positionierung und Marketinginhalte der Security-Produkte sowie der plusserver Kubernetes Engine (PSKE).

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