Andreas Scherf von UDO BÄR berichtet im Interview, wie die Migration in AWS ablief und von den Vorteilen eines eigenen Kundenaccounts.

Die zahlreichen Möglichkeiten mit Amazon Web Services zu identifizieren und für die eigenen Anforderungen richtig zu nutzen, kann für Unternehmen eine Herausforderung sein. Ein AWS Consulting Partner hilft mit Managed AWS Services dabei, die bestmögliche Lösung individuell zu ermitteln und umzusetzen.

Wir sprachen mit Andreas Scherf, Leitung IT & Organisation bei UDO BÄR, einem internationalen Versandhandel für Betriebs-, Lager- und Büroausstattung. Er berichtet über den Ablauf der AWS-Migration und für die Zukunft geplante weitere Schritte in der Cloud Journey des Unternehmens.

Herr Scherf, erzählen Sie uns etwas über UDO BÄR. Was ist für Ihr Unternehmen besonders wichtig?

Wir beliefern mittlerweile seit 30 Jahren Kunden aus Industrie, Handwerk und Gewerbe in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Frankreich und den Niederlanden. Für UDO BÄR steht der Kunde immer im Mittelpunkt aller Tätigkeiten. So ist auch unser Online-Shop darauf ausgelegt, dass nur wenige Klicks bis zur Bestellung notwendig sind und die Navigation benutzerfreundlich gestaltet ist. Vor kurzem haben wir noch weitere Ländershops gelauncht, nachdem wir den Shop an sich zunächst mit Unterstützung durch plusserver erfolgreich in einen eigenen AWS-Account umgezogen haben.

Wie sah die Situation vor dieser Migration aus?

Unser Webshop lief zwar auch vor der Migration schon in AWS, allerdings wurde er damals noch von einem externen Dienstleister, einer Webagentur, gehostet. Dabei haben wir auch selbst eine eigene IT-Abteilung, welche den Betrieb des Online-Shops sowie des AWS-Accounts übernehmen sollte.

Für die Migration an sich waren wir dann auf der Suche nach einem Partner, auf dessen Expertise wir zurückgreifen können. Da wir bei plusserver bereits Colocation-Services nutzten, lag es nahe, die Zusammenarbeit auf dieses Projekt auszuweiten. Dass plusserver ein breites Know-how im Bereich Cloud hat und auch speziell zum Thema Amazon Web Services, war für uns ausschlaggebend.

Wie lief der Umzug des AWS-Accounts konkret ab?

Unseren bereits bestehenden AWS-Account hatten wir bis dahin nicht genutzt. Dieser Account bildete dann die Basis für eine AWS-Organisation mit Multi-Account-Struktur. Unter Berücksichtigung von Governance- und Compliance-Aspekten wurde eine auf uns zugeschnittene AWS-Organisation erstellt. Beim eigentlichen Umzug des Shops haben wir die Server und Datenbanken des Dienstleisters in einen unserer eigenen Accounts migriert, also innerhalb von AWS umgezogen.

Bereits in der Umzugsphase wurde die Shopumgebung mit ihren drei Stages – Test, Edit und Live – in jeweils eigene AWS-Accounts aufgeteilt. Durch die Organisation und die Grundkonfiguration eines jeden Accounts innerhalb unserer AWS-Organisation haben wir auch ein zentrales Logging und Single-Sign-On implementiert.

Der Rollout aller Ressourcen wurde via Infrastructure as Code durchgeführt, sprich automatisiert über Software bereitgestellt. Den Import der Server und Datenbanken haben wir wiederum mithilfe automatisierter Pipelines realisiert. Außerdem erfolgte die Implementierung eines Basismonitorings sowie eines Backups.

Inwiefern hat plusserver Sie bei diesen Tätigkeiten unterstützt?

Ursprünglich sollte die IT-Abteilung die Migration selbst durchführen, unter Anleitung und Beratung der Managed-AWS-Experten von plusserver. Zu dem Zeitpunkt waren wir in der IT jedoch stark mit anderen Aufgaben ausgelastet. Da der Umzug zeitkritisch war und nichtsdestotrotz so schnell wie möglich umgesetzt werden sollte, hat plusserver uns tatkräftig unterstützt.

Wir haben gemeinsam eine Roadmap erarbeitet und konnten die Migration Hand in Hand umsetzen. In wöchentlichen Workshops hat plusserver die aktuellen Arbeitsstände regelmäßig kommuniziert und Know-how weitergegeben, sodass wir nun darauf aufsetzen können. Bei Bedarf können wir außerdem jederzeit wieder Consulting-Leistungen und Unterstützung im Betrieb in Anspruch nehmen – auch wenn beispielsweise Arbeiten außerhalb unserer Geschäftszeiten notwendig sind, ist bei plusserver immer jemand erreichbar und kann gegebenenfalls übernehmen.

Welche Vorteile haben Sie durch die AWS-Migration gewonnen?

Durch eine automatische Einschränkung der Betriebszeiten in der Testumgebung sparen wir Kosten ein. Außerhalb unserer Geschäftszeiten fährt die Infrastruktur selbstständig den Test-Shop herunter und zur rechten Zeit wieder hoch.

Daneben haben wir mit Cloudfront ein Content Delivery Network eingeführt, über welches die Bildinhalte im Online-Shop nun ausgeliefert werden. Das hat zur Folge, dass wir die Serverlast erheblich reduzieren konnten und Bilder schneller im Browser des Besuchers angezeigt werden.

Dank der Einführung eines neuen Namens-Domainkonzepts für die unterschiedlichen Länder und Stages der Shops können wir intuitiv auf die verschiedenen Stages der jeweiligen Ländershops zugreifen.

Die Cloud Migration ist einer von vielen Schritten im gesamten Cloud Lifecycle. Was ist bei UDO BÄR als nächster Schritt geplant?

Jetzt im Anschluss an die schnelle Cloud Migration können wir uns wieder darauf fokussieren, in Ruhe zu analysieren, an welchen Stellen noch weiteres Optimierungspotenzial besteht. Mithilfe der Beratung und Unterstützung durch plusserver haben wir schon zwei neue Projekte identifiziert, die wir nach Möglichkeit noch in diesem Jahr umsetzen möchten. Zum einen die Nutzung eines Cloud-Storage in AWS als Backupziel für das Offsite-Backup unserer eigenen On-Premises-Server. Bisher speichern wir dieses noch auf Backupmedien vor Ort. Die Verlagerung in die Cloud bietet hier zusätzliche Kosteneinsparungen und Sicherheit.

Zum anderen ist die Migration unseres Ticketsystems geplant. In dem Zuge soll der Umbau auf ein Cloud-natives Setup stattfinden. So wollen wir von Eigenschaften wie Autoskalierung und Selbstheilung der Systeme profitieren. Im Endeffekt ist das übergeordnete Ziel, den Automatisierungsgrad zu erhöhen. Damit erhalten wir ein Setup, welches automatisch auf verschiedene Auslastungen und Störungen reagiert. So können wir uns schließlich auf unser Kerngeschäft konzentrieren, unsere Kunden mit mehr als 60.000 Artikeln aus den Bereichen Betriebsausstattung, Lagerbedarf, Transportsysteme, Büroeinrichtung und Sicherheitsausstattung zuverlässig und schnell zu versorgen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Scherf.

Andreas Scherf, UDO BÄR

Logo UDO BÄR

 

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Titelbild von JESHOOTS.COM auf Unsplash

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